Dementis

Ivan Maurial

Dementis Eine Zeichnung, die das Leben wagte

HCD-Verlag Tuttlingen 2013

ISBN 3-938089-10-5

138 Seiten

 

 

Die Worte des Psychotherapeuten und Vordenkers des therapeutischen Humors im deutschsprachigen Raum, Michael Titze, in seinem Vorwort sind als Wegweisung zu verstehen: Dementis führt uns zurück zu den Anfängen unseres eigenen Daseins, er macht uns das bewusst, was wirklich von Bedeutung, was tatsächlich von Wert ist Das Beeindruckende an der Figur Dementis , aber auch am Buch Dementis ist, dass es dafür nicht unbedingt großer Worte bedarf. Vielmehr entführt Dementis in eine Darstellungsform, die in Zeiten der Computeranimation irgendwie in Vergessenheit geraten ist. Das Buch Dementis ist ein lebhaftes Wechselspiel von Comic und inhaltlicher Arbeit. Dies macht die Lektüre des Buchs Dementis zu einem leichten Spiel.

Ivan Maurial, der peruanische Psychologe und Existenzanalytiker, erzählt, dass er das Buch Dementis eigentlich in seiner Jugend geschrieben und gezeichnet hat. Es wird nicht ganz deutlich, ob dies damals als jugendliche Form der Weltflucht geschehen ist, da man aufgrund der thematisierten Lebensfragen auch vermuten könnte, dass das Jugendzimmer als stilles Kämmerlein und das Schreiben und Zeichnen als Verarbeitungsmoment vollzogen worden ist. Es ist zu vermuten, dass sich Ivan Maurial in Dementis einen Wegbegleiter gesucht hat, den er im wahren Leben nicht hat finden können.

Denn die ausgeprägte spürbare Sensibilität wird ihm Bote eines erwachsenen Lebens gewesen sein, in dem sich Ivan Maurial die Wegbegleitung leidender Menschen zum Beruf gemacht hat. Das Buch Dementis ist eine konstruktive Form, aus den Wirrnissen und dem Wahnsinn des Alltags zu flüchten. Und es macht Freude, dem verspielten und spielerischen Dementis zu begegnen, der es schafft, eine Heiterkeit in den Alltag zu bringen, die einfach vonnöten zu sein scheint.

Beachtlich ist die Wandlungsfähigkeit von Dementis , der einmal als Marcel Marceau daherkommt, ein anderes Mal als eleganter Zeitgenosse. Oder sollte man statt der Wandlungsfähigkeit von einer Spannbreite des Lebens von der clownesken Pantomime zum Liebhaber aus dem Berliner Adlon-Hotel sprechen. Jede Leserin und jeder Leser mag dies selber entscheiden. Gewiss ist jedoch, dass er von Dementis angesprochen wird. Eine Flucht wird der Leserin oder dem Leser nicht gelingen.

Ob Dementis als Musketier oder als buddhistischer Mönch auf die Bühne tritt, er zieht die Aufmerksamkeit auf sich und stellt die Fragen nach dem Leben und seinen kleinen und großen Fragezeichen. Über die Darstellungen des Dementis als Weggefährte Platos oder Galileis werden existentielle Fragen gestellt und hoffentlich der Versuch einer Antwort gestartet.

Was das Buch Dementis und die Kunstfigur Dementis schenken, sind halt nicht nur Einsichten. Die Quintessenz des Buchs ist vor allem zu akzeptieren, dass das Leben erfüllt sein sollte von einem entspannten Verhältnis zum Spielerischen und Kindlichen, zur Abenteuerlust und Unverfrorenheit, zur Liebe und vor allem zum Wahnsinn. Machen Sie sich auf den Weg. Ihr Blick auf den Alltag und die Welt werden entspannter werden.

Christoph Müller


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