Vor 8 Jahren wurde in der Schweiz der Verein HumorCare gegründet: in einer Basler Beiz (= Kneipe), in unmittelbarer Nachbarschaft der Messe, in deren Räumen gerade der Kongress „Humor in der Therapie" stattfand. Die meisten Referenten kannten sich bereits von früheren Kongressen. Informelle Kontakte hatten sich angebahnt und man war an einer weiteren Vernetzung interessiert. Doch wer sollte die Administration übernehmen? An jenem Abend in der besagten Beiz einigte man sich darauf, diese Arbeit im Rahmen eines Vereins abzuwickeln. Einige Aktivisten trafen sich bald in Zürich zu einer ersten Sitzung, in der ganz ernsthaft am Entwurf einer Satzung gearbeitet wurde, Funktionen aufgeteilt und - nach längerer Diskussion - der Vereinsname gefunden wurde. Für einige Jahre war HumorCare ein Schweizer, besser: Züricher Verein, da fast alle Vorstandsmitglieder im Einzugsgebiet der Limmatmetropole beheimatet waren. Zu unser aller Überraschung (und natürlich auch Freude) gedieh HumorCare nicht nur in der Schweiz. Auch aus Deutschland, Liechtenstein und Österreich kamen Beitritte, so dass es im Jahre 2000 bereits über 100 Mitglieder gab. Ihre Verwaltung warf, nicht zuletzt aus vereinsrechtlichen Gründen, Probleme auf. So wurde im folgenden Jahr vereinbart, HumorCare in drei nationale Gesellschaften aufzufächern. Nachdem sich im Oktober 2001 bereits HumorCare Liechtenstein konstituiert hatte, wurden am 1. Dezember 2001 in Basel HumorCare Schweiz und in Darmstadt HumorCare Deutschland ins Leben gerufen.
Seither ist vieles geschehen: Im Hospitalhof Stuttgart wurden in den Jahren 2002 und 2003 zwei internationale Kongresse und 2004 eine kleinere nationale Tagung veranstaltet. Im gleichen Jahr organisierte Thomas Holtbernd in Essen einen Kongress, dem weitere folgen sollen. Nächstes Jahr wird im Schweizer Bad Zurzach ein internationaler Kongress stattfinden, der den Mitgliedern von HumorCare Schweiz und HumorCare Deutschland die Möglichkeit geben soll, sich mit eigenen Erfahrungen einzubringen und sich mit Kolleginnen auszutauschen. Der Organisator ist der bekannte Clown Pello, der in dieser Zei tung Interessantes darüber zu berichten weiß. Weitere Früchte der 4-jährigen Vereinsarbeit von HCD sind ein eigener Verlag, dessen Geschäftsführer Thomas Holtbernd ist. Aus dem HCD-Verlag ging bereits das von Hans-Georg Lauer herausgegebene „Spielebuch" hervor. Christoph Müller wird nächstes Jahr im Auftrag von HCD ein Buch über Humor im Pflegealltag herausgeben. Weitere Bücher folgen. Einen Meilenstein in unserer Vereinsarbeit sehe ich in der Konstituierung der Fachgruppen, deren Arbeit in unserer Homepage humorcare.com dokumentiert ist. Besonders freut mich, dass die Fachgruppe „Humor im Krankenhaus" in Leipzig und Umgebung so viel in Bewegung gesetzt hat: Brigitte Titze berichtet in dieser Zeitung darüber. Aber auch die anderen Fachgruppen zeigen Wirkungen, sei es über die Organisation von eigenen Tagungen (Fachgruppe Pädagogik) oder über eine rege Medienpräsenz (Fachgruppe Lachen und Lebenskunst). Wir werden in der nächsten Nummer dieser Zeitung darüber berichten.
In dieser Nummer stellen wir einige Hu-morCare-Aktivisten vor. Wir folgen damit einer Anregung von Seiten unserer Mitglieder, die sich eine persönliche, lebensnahe Note für die HCD-Zeitung gewünscht haben. Entsprechend sind die Interviews und Artikel in dieser Ausgabe gestaltet. Neben der neu gestalteten Homepage soll diese Zeitung eine lebendige Austauschbörse für unsere Mitglieder sein. Es wäre schön, wenn Sie sich, liebe Leser, auch in Zukunft mit eigenen Beiträgen, Leserbriefen, biographischen Anekdoten und vielen persönlichen Anregungen einbringen würden. Ich wünsche Ihnen beim Schreiben und Lesen viel Spaß!
Herzlichst Ihr Michael Titze E-mail: michael.titze@t-online.de Web: www.michael-titze.de
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