Ironie in der Pädagogik

Alex Aßmann / Jens Oliver Krüger (Hrsg.)

Ironie in der Pädagogik - Theoretische und empirische Studien zur Bedeutsamkeit  der Ironie

Juventa-Verlag, Weinheim 2011

ISBN 978-3-7799-2242-1

224 Seiten

 

 

Die Ironie wirkt als eher vernachlässigtes Thema bei der Betrachtung möglicher humorvoller Interventionen in sämtlichen gegenwärtigen Bezügen. Umso wichtiger erscheint es, dass sich der Erziehungswissenschaftler Alex Assmann diesem offensichtlichen Defizit zugetan hat. Einerseits hat er in seiner Dissertation "Pädagogik und Ironie" zur Ironie gearbeitet. Andererseits hat er mit dem Band "Ironie in der Pädagogik" weiter darüber nachgedacht. Diesmal mit der Unterstützung vieler anderer Autorinnen und Autoren.

Während es in Vergangenheit so gewesen zu sein scheint, dass Ironie in der Pädagogik ein No-Go gewesen sein muss, so erinnern Aßmann sowie die anderen Autorinnen und Autoren, dass Ironie in pädagogischen Zusammenhängen alltäglich zu sein scheint. Fachlich grenzt sich Aßmann deutlich ab, wenn er schreibt: "Weil aber die pädagogische Theorie, dort, wo man sich auf eine schlichte Adaption dieser geisteswissenschaftlichen Position verließ, mit Vorbehalten auf die Ironie reagiert hat und sie als indiskutables Phänomen exkommunizierte, darf es nicht verwundern, wenn ein eindimensionaler Umgang mit dem Ironiebegriff überwiegt. Eine pauschale pädagogische Ablehnung der Ironie erscheint jedoch..... fragwürdig und kann Skepsis herausfordern."

So denkt der Erziehungswissenschaftler Hans-Christoph Koller über die "Ironie als Bildungsmoment" nach. Die Erziehungswissenschaftlerin Christiane Thompson thematisiert "Zeigen und Sprechen: Ironie und Unbestimmtheit in der Erziehung". Der Lehrer Fabian Dietrich erzählt "von Ferien und schönen Tagen. Rekonstruktionen zu ironischem Sprechen über das Referendariat als Krisenbearbeitung".

Alex Aßmann bezeichnet die Ironisierung als "Gegenmodell zur Instruktion und ihren pädagogischen Sinn". Wer sich mit ihm auf die Spurensuche macht, der stellt sich einer besonderen Herausforderung. Denn er bezeichnet die "absolute Negativität" nicht nur als das Grundproblem der Ironie. Aßmann unterstreicht: "Wird nämlich mit der Ironie niemals das eigentlich Gemeinte ausgedrückt, auch noch nicht einmal mit Sicherheit das Gegenteil davon, sondern immer nur etwas Anderes, so wird eben auch niemals die Referenz der Ausdrucks-Bedeutung-Abweichung bestimmt." Was Alex Aßmann, Jens-Oliver Krüger und die anderen Autorinnen und Autoren in diesem Aufsatzband "Ironie in der Pädagogik" angehen, muss als Wegbereitung für die Ironie auch in allen anderen Disziplinen verstanden werden.

Dasjenige, was in diesem Buch bereitet wird, ist jedoch vor allem als intellektuelle Herausforderung anzusehen. Insbesondere ein philosophisches Nachdenken über das unbestimmte Denken und Meinen bzw. das andersgemeinte Denken und Meinen scheint notwendig, wenn man den Band "Ironie in der Pädagogik" als Aufforderung annimmt. Schließlich ermöglicht die Ironie vor allem das Weiterdenken, des Sich-von-den-Schablonen-verabschieden-Könnens. Gerade für diejenigen Menschen, die sich mit Lachen und Humor beschäftigen, ist die Auseinandersetzung mit der Ironie eine Möglichkeit, sich weitere Räume erschließen zu können.

Christoph Müller


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