Humor und seine Bedeutung für den Lehrerberuf

Birgit Rißland

Humor und seine Bedeutung für den Lehrerberuf

Verlag Julius Klinkhardt, Bad Heilbrunn 2002

ISBN 3-7815-1251-7

234 Seiten,

Dieser Titel ist vergriffen. Es ist keine Neuauflage geplant.

 

 

Schließen sich der Humor und die Schule einander aus? Darf gelacht werden, wo ernsthaft gelernt werden soll? Wenn wir der Psychologin Birgit Rissland folgen, ist der Humor eine Schlüsselqualifikation im Lehrerberuf . Die Lüneburger Wissenschaftlerin sagt klar, was sie mit ihrer Arbeit beabsichtigt. Die Arbeit stehe in der Tradition der gesundheits-und arbeitspsychologischen Ressourcenforschung. Es gehe nicht um die Suche nach krankmachenden Faktoren des Lehrerberufs oder nach Defiziten in der Person des Lehrers, sondern um die Frage nach Ressourcen und Kompetenzen, die bei der Auseinandersetzung mit beruflichen Anforderungen und Belastungen zur Verfügung stünden.

In der Beschäftigung mit dem Humor und seiner Bedeutung für das Lernklima stellt Rißland fest, Humor könne sich über die Person des Lehrers positiv auf das Klassen-und Lernklima auswirken. Eine angstfreie, entspannte Lernatmosphäre könne sich förderlich auf das kreative Denken der Schüler auswirken. Mit dem Rückgriff auf frühere Untersuchungen unterstreicht Rißland, dass durch Humor in Lernsituationen einerseits die Aufmerksamkeit geweckt und aufrechterhalten werden könne und andererseits im Sinne des klassischen Konditionierens, das Lernen mit positiven Gedanken und Gefühlen verknüpft werde.

Rissland versucht mit der vorliegenden Studie zwei Fragen zu beantworten: Welche Faktoren von Humor stellen eine mögliche personale Ressource bei der Bewältigung von beruflichen Anforderungen, Belastungen und Stress im Lehrerberuf dar? Welche Faktoren von Humor hängen mit welchen Aspekten der Unterrichtskompetenz bzw. Unterrichtsqualität eines Lehrers zusammen? Neugierig machen Äußerungen, dass Heiterkeit mit hoher, schlechte Laune mit niedriger Lebenszufriedenheit zusammenhänge. Es deute sich an, dass ein heiteres Temperament die Lebenszufriedenheit ausmachen könne, so Rißland. Gleichzeitig unterstreicht die Psychologin: Heiterkeit, als Bedingung humorvollen Erlebens und Verhaltens, und selbst aufwertender Humor, aber auch ein gewisses Ausmaß an Ernst scheinen zu den wünschenswerten Eigenschaften eines Lehrers zu gehören, da sie mit Merkmalen effektiver Bewältigung und Unterrichtskompetenz in Verbindung stehen.

Bevor Rißland sich dem Kern der Untersuchung nähert, setzt sich Rißland mit den Wirkungstheorien von Humor auseinander. Den Beitrag des Humors zur Schmerzreduktion erklärt sie zwar mit Hypothesen, die jedoch einleuchtend erscheinen: Eine mögliche Erklärung mag die Ablenkung vom Schmerz sein. Ein anderer Grund ist die Entspannung der Muskulatur, die durch das Lachen herbeigeführt wird. Sogar kurze Entspannungsübungen reduzieren Schmerzen. Viele Schmerzzentren nutzen meditative oder andere Entspannungsverfahren Lachen ist eine zusätzliche Technik, um denselben Effekt zu erreichen.

Ein Resümee wagt Rißland schließlich auch: Humorvolles Erleben und Verhalten kann immer nur eine mögliche Variable in einem ganzen Komplex von Kompetenzen und Ressourcen zur Bewältigung des Lehreralltags darstellen. Kurzum: Eine spannende Untersuchung.

Christoph Müller, Weißenthurm


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