Humor ist lernbar

Rolf Dieter Hirsch

Humor ist lernbar Aspekte zu Heiterkeit und Humor im Alter

Eigendruck Hirsch, Bonn 2005

 

 

Der Bonner Gerontopsychiater Rolf-Dieter Hirsch ist als Überzeugungstäter zu bezeichnen. Nicht anders sind seine vielen Bemühungen zu bewerten, mit denen er sich müht, Humor und Heiterkeit in die Versorgung (psychisch) kranker und alter Menschen zu bringen. Der vorliegende kleine Band ist ein Beleg dafür. Das Buch Humor ist lernbar ist als Plädoyer für die Humor-Arbeit zu verstehen. Wörtlich schreibt Hirsch: Eine gezielte Förderung von Humor ist ein Qualitätsmerkmal für eine Einrichtung.

Der Band versammelt einerseits Aufsätze, die bereits in einem Tagungsband der Deutschen Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und psychotherapie (DGGPP) veröffentlicht sind. Hirsch präsentiert aber auch Manuskripte aus der eigenen und fremder Feder, die ansonsten offenbar in Schubladen verstaubt wären. Hirsch ist dafür zu danken, dass die Texte dieses trockene Schicksal nicht ereilt hat.

So stellt Hirsch den Humor als eine Alternative zur Gewalt in den Blickpunkt. Hirsch stellt beispielsweise fest: Bedenkt man die eigene Endlichkeit und die Unendlichkeit des Jammerns, so ist es fast ein Witz, sich dem Jammern täglich zu widmen ... Unabdingbar ist, selbst dafür zu sorgen, dass man bei Laune bleibt ... Ernst ist das Leben, heiter könnte es sein. Weiterhin bemerkt Hirsch, gerade aggressive Handlungen ließen sich im Lachen auflösen. Entscheidend sei, dass keiner sich beschämt fühle. Humor lebe von einer lebendigen Interaktion, die von gegenseitiger Achtung und heiteren Gelassenheit geprägt sei.

In dem Aufsatz Geri-Clown als Humorträger formuliert er konsequent: Nichts ist schwieriger, als in einer leidvoll und trist interpretierten Umgebung das lachen all derer zu vermehren, die dort leben und arbeiten ... Wo kein Lachen, da kein Leben. Hirsch ist ein Mensch, der viele Wege geht, um den Humor und die Heiterkeit in die Versorgung alter Menschen zu bekommen. So sieht er im Clown eine Möglichkeit und begründet sie natürlich auf eindrückliche Weise. Clowns seien Vermittler des Lachens und der Unbeschwertheit, sie relativierten den bitteren Ernst des Lebens, gibt sich Hirsch überzeugt.

Die Psychologin Tanja Richter-Schmidinger gewährt in ihrem Aufsatz Stresshöraufgrinser und Schmerzniederpruster Einblicke in die gesundheitsfördernde Wirkung des Lachens. Es ist ein amüsanter Gang durch physiologische und psychologische Einsichten zum Thema Humor und Lachen. Richter-Schmidinger schließt mit den Worten: Dieser Entwicklung aktiv zu trotzen sollte deshalb zur Lebensaufgabe aller werden der Privatpersonen, wie der öffentlichen Einrichtungen. Denn Eines darf man nicht vergessen: Wer sich kranklacht, lebt besonders gesund.


Christoph Müller, Weißenthurm


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