Humor in Psychiatrie und Psychotherapie

Barbara Wild (Hrsg.)

Humor in Psychiatrie und Psychotherapie. Neurobiologie Methoden Praxis                  (mit 21 Beiträgen)

Schattauer Verlag, Stuttgart 2011

ISBN 978-3-7945-2796-0

336 Seiten

 

 

Barbara Wild ist eine der kreativsten Humorforscherinnen, die als Neurologin dort ansetzt, wo der Humor seinen Ursprung hat: im Hirn. Ihrer Arbeit ist es zu verdanken, dass wir via funktionelle Bildgebung glasklar vor Augen geführt bekommen, welche Bereiche in diesem Organ aktiviert werden müssen, damit das Humorerlebnis entsteht. Das umfasst ein ganzes Bündel von komplexen Verhaltensweisen, die auf einer Vielzahl von kognitiven, emotionalen und motorischen Funktionen beruhen. Dass diese Erkenntnisse nicht von rein theoretischer Bedeutung sind, beweist die Tatsache, dass diese Befunde inzwischen von den Vertretern der Lachyoga-Bewegung dankbar aufgegriffen werden, um die Wirkweise des heilsamen Lachens zu begründen!
Barbara Wild lässt als Herausgeberin dieses bemerkenswerten Sammelbandes profilierte Humorforscher wie Willibald Ruch und Alexander Rapp zu Wort kommen, die detailliert und dennoch in leseleichter Weise Auskunft über die Essentials psychologischer und hirnphysiologischer Humorforschung geben. Daneben wird der Darstellung einer humorspezifischen Methodik in der Psychotherapie breiter Raum gegeben. Hier kommen u.a. Noni Höfner, Verena Kast und Ullrich Sachsse zu Wort. Wichtig sind auch die Ausführungen zu einem Humortraining, das sich mit psychiatrischen Patienten erfolgreich durchführen lässt. Sie wurden von Paul McGhee, einem international bekannten Pionier der Humorforschung, verfasst und von der Psychiaterin Irina Falkenberg im klinischen Kontext erprobt. Ergänzt wird das Buch mit Artikeln über die Verwendung von Humor in der Arbeit mit kranken und alten Menschen und über den Einsatz von Clowns in Kinderkliniken, Pflegeheimen und in der Gruppentherapie.
Abgerundet wird dieses hervorragende Buch durch Beiträge von zwei sehr bekannten Persönlichkeiten: Otto F. Kernberg, ein Psychoanalytiker, dem wir wegweisende Erkenntnisse zu narzisstischen und Borderline- Störungen verdanken, hat ein sehr informatives Geleitwort geschrieben. Der Arzt, Infotainer und Kabarettist Eckart von Hirschhausen erläutert amüsant und kenntnisreich, wie man professionell Pointen serviert.
Diesem längst überfälligen Standardwerk zum Humor im klinischen Bereich wünsche ich eine breite Leserschaft zur Freude der Anwender und zum Wohle der Patienten.


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