Der Clown in der sozialen und pädagogischen Arbeit

Corinna Muderer / Johannes Schilling

Der Clown in der sozialen und pädagogischen Arbeit Methoden und Techniken wirksam einsetzen

Ernst Reinhardt Verlag, München 2010

ISBN 978-3-497-02129-1

152 Seiten

 

 

Was der Sozialpädagogik-Professor Johannes Schilling und die Sozialpädagogin Corinna Muderer mit dem Buch Der Clown in der sozialen und pädagogischen Arbeit vorgelegt haben, verdient Beachtung. Man muss sogar noch weiter gehen und die Bemerkung in den Raum stellen, dass ihr Buch mit seiner profunden Kenntnis, seiner stringenten Praxisorientierung und den belebenden Positionierungen Nachahmer finden muss. Die Autoren verfolgen inhaltlich eine klare Linie, die sich nicht nur in einer orientierenden Systematik widerspiegelt. Während der Lektüre wird einem auf der einen Seite Appetit gemacht, selber in die Rolle des Clowns zu schlüpfen, gleichzeitig wird auf der anderen Seite deutlich, dass das Dasein und Sosein als Clown mit einem hohen Anspruch verbunden sein muss.

Unter anderem sehen Muderer und Schilling das Spiel als Grundkategorie des Menschen . Der Mensch brauche für sein Dasein und seine Entwicklung das Spiel, es lehre den Menschen Mensch zu werden, so Muderer und Schilling. Schaut man sich gerade in sozialen und pädagogischen Einrichtungen um, so scheint es nötig, dass sich die Botschaft noch herumspricht in einer Atmosphäre der möglicherweise falsch verstandenen Empathie.

Durch die Figur der Clownin Poi, die an entscheidenden Punkten des Buchs Der Clown in der sozialen und pädagogischen Arbeit immer wieder auftaucht, wird beispielsweise deutlich, welche entscheidende Rolle der Clown in der pädagogischen und sozialen Arbeit spielen muss. So schreiben Muderer und Schilling: Der Clown ist visualisierte Emotion. Er spiegelt Emotionen, übertreibt sie, macht sie groß, damit sich der andere darin wieder finden kann. Der Clown benutzt Gefühle als Ausdrucksmittel Indem der Clown die Emotionen spiegelt und in sich aufnimmt, weiss er, wie sich der andere fühlt.

Clown ist man nicht, man wird zu einem. Dies ist nicht nur eine Weisheit jener Menschen, die sich einmal auf den Weg gemacht haben, sondern wird bei der Lektüre des Buchs Der Clown in der sozialen und pädagogischen Arbeit klar. Denn es reicht sicher nicht, sich die Spieltechniken des Clowns als Tollpatsch, Mönch oder Händler einzuüben, man muss sie erfahren, wie Muderer und Schilling zu verstehen geben. Wer den Weg zur Faszination Clown gehen will, der muss einige Anstrengung vollbringen. Es reicht nicht aus, die Figur des Clowns witzig zu finden. Vielmehr müssen die Spieltechniken und Rollen des Clowns erfahren und reflektiert werden, wie Muderer und Schilling zu verstehen geben.

Das eine ist immer die Lebenswirklichkeit, das andere die Einstellung dazu. Deshalb können Muderer und Schilling formulieren: Humor selbst löst keine Probleme. Aber er ändert die Einstellung zu diesen und bietet insofern Hilfe zur Problemlösung. Durch den Humor bleibt der Mensch Herr der Lage, er bleibt Subjekt und wird nicht durch eine problematische Lage zum Objekt. Erhobenen Hauptes geht er aus der Krise hervor. Er bleibt ein Optimist, der sich und die Mitmenschen liebt.

Deshalb nutzen Sie die Ermutigungen des Buchs Der Clown in der sozialen und pädagogischen Arbeit : Nase laden und sich präparieren.

Christoph Müller, Andernach


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