Das Puppenspielbuch

Christiane Kutik

Das Puppenspielbuch - Praktische Anleitungen und Geschichten

Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 1995

ISBN 3-7725-1187-2

109 Seiten

 

 

"Ein Kind ist von Natur aus kein Einzelgänger .... In seinen ersten Lebensjahren hat es auf natürliche Weise etwas Verbindendes: Es will Beziehungen zu den Menschen in seiner Umgebung aufbauen ... Da kann noch so schönes oder auch besonders sorgsam ausgewähltes Spielzeug bereit liegen - Spielzeug allein genügt nicht ..." Die Botschaft des vorliegenden Bandes "Das Puppenspielbuch" ist eindeutig. Einerseits geht es darum, zum Puppenspiel zu ermuntern. Andererseits geht es Christiane Kutik als Autorin auch darum, den Verantwortungsbegriff zu unterstreichen: "Kleine Kinder brauchen für ihre Entwicklung Erwachsene, die sie zu schöpferischem Tun anregen." In den ersten Lebensjahren bis ins Schulalter hinein seien die Kinder in der bildsamsten Lebensphase. In dieser Zeit bräuchten sie Vorbilder, die sie nachahmen könnten, die ihnen immer wieder vormachten, wie es sei, selbst etwas in die Hand zu nehmen, zu verwandeln und zu gestalten.

Natürlich ist Christiane Kutiks Buch "Das Puppenspielbuch" von einer anthroposophischen Grundhaltung geprägt. Bedenkenswert ist ihre Haltung, die Kinder zu Künstlern werden zu lassen. Und das Puppenspiel ist in diesem Zusammenhang als eine herausragende Möglichkeit zu anzuschauen. Schließlich seien Fingerspiele und Puppenspiele "Beziehungsspiele von Ich und Du". Und Christiane Kutik geht argumentativ weiter: "Wenn die Kinder spüren, dass der Erwachsene mit Freude bei der Sache ist, dann kann ihnen ein schlichter Text viel Vergnügen machen."

"Das Puppenspielbuch" eröffnet unzählige Möglichkeiten, wie man mit dem Puppenspiel den Alltag und vor allem den erzieherischen Alltag in Familie und Institution bereichern kann. Es ist ein erfrischendes Buch, das auch viele Jahre nach der ersten Veröffentlichung nicht an Aktualität einbüßt. Es gibt praktische Hinweise, wie man auch mit einfachen Mitteln Handpuppen herstellen kann. Es beschreibt aber auch die Wichtigkeit pädagogischer Grundeinstellungen. Auch wenn die Autorin die asymmetrische Beziehung zwischen Kind und Erwachsenem ein wenig verschwinden lässt, so muss aus der Beschäftigung mit dem Puppenspielbuch immer klar sein, dass eine Begegnung zwischen dem Ich und dem Du stattfindet.

Christoph Müller


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