Eigentlich war das Erscheinen dieses HumorCare Magazins schon zu einem früheren Zeitpunkt geplant, denn es sollte zum Schweizer Humor-Kongress in Bad Zurzach druckfrisch vorliegen. Zunächst – so die Botschaft aus der Geschäftsstelle in München – musste sich jedoch die Vereinskasse mit Mitgliedsbeiträgen füllen, denn die Druckkosten sollten finanzierbar sein.
Wir haben die Erstfassung dieses Editorials bereits im Juli verfasst, am letzten Tag der Fußball-WM. 31 Tage lang ging eine Welle der Begeisterung, Freude und Ausgelassenheit durch Deutschland, das sich so locker und fröhlich fühlte wie schon lange nicht mehr. Sogar unsere Kanzlerin wurde auf der VIP Tribüne vom Taumel erfasst und geriet in ungeahnte Schwingungen. Die Fans lachten und strahlten, nur fröhliche Menschen ringsum und auch bei den Verlierern trockneten die Tränen schnell angesichts des nimmer endenden Jubels.

Was braucht man da noch Lach-Yoga, Clownerie und ausgefeilte Humorübungen, könnte man da vielleicht meinen. Ist HCD, unser Verein, der sich der Verbreitung von positiver Emotionen verschrieben hat, nun überflüssig? Da wäre in der Tat zu schön, um wahr zu sein! Wenn wir aber mit vorsichtigem Optimismus davon ausgehen, dass viele Mitmenschen nun nicht mehr so schnell ablassen wollen von der neuen Heiterkeit und Freude, könnten wir den Schwung nutzen und in die Lücke springen, die sich nach der WM auftut. Genügend Potenzial haben wir ja: kreative, humorvolle und innovative Mitglieder, die tolle Projekte initiieren. Und wir haben auch HumorCare Freunde in der Schweiz, die vom 22. – 24. September im grenznahen Bad Zurzach einen tollen Kongress ausgerichtet haben, ganz in der Tradition der früheren Humorkongresse in Basel.

Wir berichten in dieser Ausgabe des HCD-Magazins über einen Besuch beim Altmeister der Gelotologie, unserem Ehrenvorsitzenden William F. Fry, in Seinem Domizil in Nevada City (Kalifornien). Als nächstes „Urgestein des therapeutischen Humors„ kommt Pater Ludwig Zink zu Wort, den viele noch aus seiner Zeit im Bildungshaus Gutenberg-Balzers in Liechtenstein kennen. Weiter geht es mit „Tamala„, einer mit HCD assoziierten Organisation, die sich in der Ausbildung von therapeutischen Clowns international bereits einen Namen gemacht hat. Wir haben ferner David Gilmore zu seinem Werdegang und seinen förderungswürdigen Projekten befragt und Prof. Effinger aus Dresden gebeten, einen Bericht über die von ihm organisierte Tagung im Mai dieses Jahres zu schreiben. Interessant ist auch das Interview mit Waleed Salameh aus San Diego, der einen Workshop beim Kongress „Loslassen – der Weg zum kleinen Glück„ anbieten wird. Dieser Kongress findet am ersten Maiwochenende 2007 im Hospitalhof Stuttgart statt. Inhaltlich wird er in vielem an die Humorkongresse 2002 und 2003 anknüpfen. Der bekannte Liedermacher Konstantin Wecker (er ist der „Pate„ der Münchner Klinik-Clowns) wird einen Abendvortrag zum Kongressthema halten.

Unsere HCD Mitglieder Klaus-Peter Wick und Heidi Magdalena Hirsch haben uns Berichte über ihre Aktivitäten geschickt und wir haben wieder einen kleinen Text von René Schweizer, dem Basler Aktionskünstler, Autor und Kabarettisten. Last but not least machen wir aufmerksam auf zwei neue Bücher, die unsere Mitglieder Charlotte Tracht und Gudula Steiner Junker jüngst veröffentlicht haben.
Wir wünschen viel Freude bei der Lektüre dieses Magazins, das wir als Printergänzung zu unserer Homepage (www.humorcare.com) sehen.

Brigitte und Michael Titze