Treffen sich zwei Deutsche. Was machen sie? Sie gründen einen Verein. So machten es auch einige lustige Gestalten in Darmstadt: HumorCare Deutschland war geboren. Seitdem sind einige Jahre vergangen. Es gab Querelen, Unstimmigkeiten, böses Blut und all das, was in anderen Vereinen auch passiert. Warum sollte auch der HCD anders sein als irgendein Kaninchenzüchterverein? Selbst in einem Humorverein oder gerade dort sind Menschen mit ihren Macken und Eigenarten. Einige von den aktiven Machern haben sich inzwischen zurückgezogen. Das könnte man als einen natürlichen Prozess des Vereinslebens abtun. Kann man auch. Vielleicht lässt diese Entwicklung auch Fragen aufkommen, die eher inhaltlich sind. Meine bescheidene Meinung geht in eine solche Richtung. Ich will dies kurz erläutern und wünsche mir, dass die Humorigen die Humorrhoiden nicht nur platt sitzen, sondern die Diskussion vorantreiben. Also, die Lachbewegung hat inzwischen ein klares Bild bekommen. Viele wissen, was damit gemeint ist, haben im Fernsehen eine Reportage gesehen und können etwas mit Lachyoga, Lachtherapie u. ä. anfangen. Beim Humor ist dies viel undeutlicher. Da gibt es Journalisten, die differenzieren nicht zwischen Lachen und Humor. „Ach ja“, sagen sie dann auf eine humorige Intervention „die Clowns in der Kinderklinik.“ Ich denke dann, was ist es denn? Wie kann ich mit einem kurzen Satz sagen, worum es geht? Und weiß ich überhaupt, was ich in eine knappe Aussage bringen möchte? Ich muss kleinlaut gestehen, obwohl ich mich seit Jahren mit dem Humor theoretisch und praktisch beschäftige, weiß ich keine rechte Antwort. Zu einfach ist mir die Antwort, der Humor wäre halt nicht zu definieren. Ebenso ist es mir unsympathisch, die Wirkung des Humors für die Gesundheit herauszuheben. Denn wie sagte schon Theodor Wiesengrund Adorno: Was nützt einem Gesundheit, wenn man sonst ein Idiot ist? Der Humor benötigt eine inhaltliche Füllung, die auch seriöse Philosophen, Naturwissenschaftler und weitere schlaue Leute ernst nehmen. Mittlerweile neige ich dazu, den Humor als einen Modus des Seins zu bezeichnen, der das Seiende des Seins als Geworfensein in die Ambivalenz aller Realität versteht und in eine Transparenz des Transzendenten in der Immanenz durch eine anarchische Komponente überführt, wodurch es im Erleben immer wieder zu positiven Überraschungen kommen kann. Das meine ich jetzt tatsächlich so und weiß auch, was ich da hingeheideggert und gerahnert habe. Nur, wer versteht so einen abgedrehten intellektuellen Irrsinn? Und was würde ein Journalist daraus machen? Und dennoch denke ich, wir - die Humorprofis - müssen vielleicht erst einmal in solche Regionen auf-steigen, um es dann auf die Alltagssprache herunterzubrechen. Das wird bestimmt sehr witzig. Ich jedenfalls möchte in dieser Richtung weiter machen und weiter lauthals lachen. In diesem Sinne.